Hier erhalten Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Themenbereich Zahnmedizin.
Zahnchirurgische Eingriffe
Der "klassische" chirurgische Eingriff in der
Zahnmedizin ist die Entfernung (Extraktion)
eines Zahnes, wobei heute jedoch versucht wird, die Zähne so lange wie nur
irgend möglich im Kiefer zu belassen. Selbst ein Zahn, der durch eine
Wurzelbehandlung bereits tot ist, kann noch jahrelang seinen Dienst versehen!
Abb. 1: Zahnstumpf |
Falls aber Karies bei einem Zahn so weit fortgeschritten ist, dass weder Füllungen noch Überkronungen noch sinnvoll erscheinen, bleibt als letzter Ausweg nur die Extraktion des Zahnes. Abbildung 1 zeigt einen solchen Fall, wo ein bereits wurzelbehandelter Zahn (die gefüllten Wurzelkanäle erscheinen hell) durch Karies immer weiter zersetzt und abgebaut wurde, sodass er nicht mehr zu retten war. |
Abb. 2: Retinierter 8er |
Andere Extraktionsgründe sind entzündete Zähne, die Erkrankungen in anderen Körperregionen verursachen können (z.B. Herzklappen, Nieren, Rheuma) oder Zähne, die nicht von alleine durch das Kiefer brechen bzw. zu wenig Platz haben (v.a. retinierte Weisheitszähne, vgl. Abb. 2). Im Rahmen von kieferorthopädischen Behandlungen kann es nötig sein, ungünstig stehende Zähne zu entfernen, um den übrigen ausreichend Platz zu schaffen. |
Abb. 3: Beherdeter Schneidezahn (dunkler Schatten oben an der Wurzelspitze) |
Falls sich an einer Wurzelspitze Entzündungsherde gebildet haben, lässt sich der Zahn unter Umständen durch eine sogennante Wurzelspitzenresektion (WSR) retten. Dabei wird zunächst eine Wurzelbehandlung durchgeführt, dh. das entzündete Zahnmark entfernt und der Wurzelkanal abgefüllt (siehe Wurzelbehandlung). Danach wird das Zahnfleisch beim betroffenen Zahn aufgeschnitten und der Kieferknochen etwas abgefräst. Die somit freigelegte Wurzelspitze wird dann abgeschnitten und das umgebende entzündete Gewebe entfernt. Um weitere Entzündungen zu vermeiden, muss nach einer solchen Operation unbedingt ein Antibiotikum eingenommen werden. |
Weitere operative Eingriffe sind z. B. Implantatsetzungen oder chirurgische Behandlungen bei Parodontalerkrankungen (Lappen- oder Flapoperation, Augmentation; beide zum Knochenaufbau bei Parodontitis).
Was kann bei den
Eingriffen passieren?
eine Wurzelspitze
kann abbrechen
Bei Extraktionen ist es nicht ausgeschlossen, dass eine Zahnwurzel abbricht,
insbesondere, wenn sie besonders stark gekrümmt ist. In so einem Fall muss der
Wurzelrest operativ aus dem Kiefer entfernt werden, um Entzündungen zu
vermeiden.
die Kieferhöhle kann
eröffnet werden
Lange Wurzeln reichen im Oberkiefer mitunter in die sogenannte Kieferhöhle; das
ist ein Hohlraum im Kiefer über den Backenzähnen. Sollte nach einer Extraktion
zu dieser Kieferhöhle eine Öffnung entstehen, so wird diese sofort wieder
chirurgisch verschlossen. Antibiotika verhindern Entzündungen.
der Unterkiefernerv
kann verletzt werden
Da der Nervenstrang im Unterkiefer sehr knapp unter den Wurzelspitzen verläuft,
kann er bei Extraktionen verletzt oder irritiert werden. Dadurch kommt es zu
einem Taubheitsgefühl im Mund- und Zungenbereich; dieses lässt für gewöhnlich
nach wenigen Tagen wieder nach.
der Kieferknochen
kann beschädigt werden
Bei zahnchirurgischen Eingriffen muss oft mit erheblicher Kraftanstrengung
gearbeitet werden - dabei kann es in sehr seltenen Fällen passieren, dass es bei
schwachen Kiefern zu Brüchen oder Haarrissen kommt.
Schmerzen und
Schwellungen können auftreten
Jede Operation ist ein mehr oder weniger umfangreicher Eingriff mit einer
entsprechenden Wunde. Insbesondere, wenn der Kieferknochen betroffen ist (z. B.
Entfernung von Weisheitszähnen), sind Schmerzen und Schwellungen einige Tage
nach der Operation durchaus normal. (s. Was ist nach Operationen zu beachten?)